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Baden-Powell - Die "Erfinder der Pfadfinder"

Lord und Lady Baden-Powell

Der am 22. Februar 1857 geborene Robert Stephenson Baden-Powell verbringt sein "erstes Leben" nach dem Besuch der Schule in einem Kolonialregiment in Indien. Hier kann er seinen vielen Neigungen wie Sport, Jagd, Zeichnen und Theaterspielen nachgehen.

Außerdem entwickelt er hier seine Fähigkeiten als Späher (Scout oder Pfadfinder). Dazu braucht er vor allem ein scharfes Auge, rasche Auffassungsgabe, die Fähigkeit, gemachte Beobachtungen logisch aneinanderzureihen und Schlüsse daraus zu ziehen und Krokis und Skizzen zu entwerfen.

Eine weitere Station in der Armee ist u.a. Afrika. Hier verbringt er die längste Zeit seines Lebens. Von den Eingeborenen erhält er den Namen Impeesa Wolf, der niemals schläft. Die Schutztruppe, die er dort nach dem Burenkrieg aufbaut und nach seiner Methode ausbildet, nämlich ohne Drill, dadurch jedoch die Erziehung zur Selbständigkeit und Verantwortung fördert, sollte sich ein Motto suchen. Sie wählte (nach Baden-Powell) Be-Prepared - "Allzeit bereit". Auch der Gruß mit der linken Hand stammt aus Afrika.

Sein 1899 für ein Regiment verfaßtes Buch "Aids to Scouting" schreibt er 1908 um für Jungen, "Scouting for Boys" (Pfadfinder). Mit dem Erscheinen dieses Buches findet eine der größten Jugendbewegungen der Welt ihren Anfang.

1910 beginnt sein "zweites Leben" mit dem Abschied von der Armee und dem Auf- und Ausbau der Pfadfinderbewegung. Jetzt begegnet er auch seiner späteren Frau Olave Soames, die er 1912 heiratet. Neben dem gemeinsamen Geburtstag (sie ist 32 Jahre jünger) haben sie viele gleiche Interessen. U.a. begeistert sich Olave Baden-Powell für die Pfadfinder. Es gibt seit 1909 Pfadfinderinnen.

Auf Anraten ihres Mannes übernimmt zunächst seine Schwester Agnes die Organisation der Mädchen. So entsteht von vornherein eine Trennung zwischen Mädchen und Jungen. Später übernimmt Olave Baden-Powell die Leitung und wird 1918 zur Chief Guide und 1931 zur Chief Guide of the World gewählt, so wie ihr Mann 1920 auf dem 1. Jamboree, dem Weltpfadfindertreffen, zum Chief Scout of the World gewählt wird.

1929 erhebt der englische König ihn in den Adelsstand. Lord Baden-Powell of Gilwell ist sein Titel (nach dem 1. Ausbildungszentrum im Gilwell Park). Das Buch "Scouting for Boys" wird in "Girl Guiding" umgeschrieben. 1919 gründet Olave Baden-Powell die Extension Guides (Pfadfinderinnen-Trotz-Allem - PTA behinderte Pfadfinderinnen).

Nach einem langen Leben voller anstrengender Reisen in andere Länder zu den Pfadfindern ziehen sich Lord und Lady Baden-Powell nach Kenia/Afrika zurück, wo er am 8. Januar 1941 stirbt. Lady Baden-Powell stirbt nach einem aktiven Leben für die Weltpfadfinderinnenbewegung am 26. Juni 1977.

Jugendbewegung in Deutschland

Die Pfadfinderbewegung in Deutschland ist ebenfalls durch den Einfluss der sogenannten Jugendbewegung geprägt. Dieses Phänomen aus dem ersten Drittel des 20.Jahrhunderts brachte viele Stile und Formen mit in die Pfadfinderei, z.B. Kohten, Jurten, die typische Jungenschaftsjacke (Juja) und viele Lieder.


© by Stamm Radwersdorp, 2006

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