Fahrt ins Pfadfinderweltzentrum nach Kandersteg/Schweiz vom 14.7. - 29.7.2002

Hier gibt es Fotos aus Kandersteg!

Am Sonntag, d. 14.7.02 ging's frühmorgens los und zwar mit dem Zug. Nach einem Umstieg in Hamburg-Dammtor bestiegen neun Pfadis den Zug, der uns bis nach Kandersteg bringen sollte. Die Fahrt war etwas langweilig, aber schließlich erreichten wir abends Kandersteg. Der Himmel war grau und es nieselte. Aber wir waren voller Vorfreude, und so luden wir unsere Rucksäcke auf und stapften durch Kandersteg bis zum Lagerplatz. Nach 30 Minuten waren wir auch schon da. Im Regen bauten wir die Kohten auf.
Leider war das Wetter am nächsten Tag nicht viel besser, aber wir ließen uns die gute Laune nicht nehmen und bauten ein überdachtes Essgestell mit Kochstelle auf. Am Dienstag dann war das Abseilen. Leider nicht wie geplant von einer höheren Wand, sondern von einer angeblich 15 Meter-Wand, aber sie kam einem viel kleiner vor.
Zur Almenalb gings am Mittwoch. Das Wetter wurde nicht besser, und so war die Wanderung hoch zur Käserei nicht sehr erquicklich, wir hatten fast alle durchnässte Socken und kalte Füße. Netterweise durften wir unsere Socken zum Trocknen auf den Ofen legen, während uns gezeigt wurde, wie Käse gemacht wird. Weil wir so müde, schlapp und durchnässt waren (das Wetter hob auch nicht gerade unsere Laune), fuhren wir mit einer Luftseilbahn wieder nach Kandersteg zurück. Weil in der Nacht zuvor das Regenwasser schon in Flüssen durch unser Zelt lief und sich unter unseren Isomatten zu Riesenpfützen sammelte (da nützten auch keine Ponchos mehr), beschlossen wir aufzugeben: Wir übernachteten im Haus! Dadurch hob sich die Laune zum Glück wieder, denn zuvor machte sich bei einigen die "Null-Bock und ich find alles Scheiße"-Stimmung breit. Danach haben wir Paletten bekommen, die wir im Zelt ausbreiteten. Das Wetter wurde ab da auch viel besser.

Am Freitag dann ist Steffi gefahren, weil es ihr nicht gut ging. Am Samstag war Disco angesagt. So machten sich am Abend viele Scharen von Pfadfindern auf den Weg runter nach Kandersteg zur sogenannten "Scout-Disco" in einer Turnhalle. Es war total lustig, alle haben getanzt und Spaß gehabt. Manche Mädels waren ganz schön doll aufgetakelt, z.B. die Spanierinnen.

Am Dienstag haben wir uns bei der Sommerrodelbahn am Oschinensee mit anderen Pfadfindern vom BdP aus Bremen, kurz "die Bremer", getroffen. Wir kamen viel zu spät, aber sie waren noch dort. Wir waren nämlich nicht wie sie mit der Seilbahn gefahren, sondern waren zu Fuß gegangen. Vorher waren wir auch noch beim See. Der Blick auf den See war gigantisch. Türkises Wasser, im Hintergrund die Alpen, Wasserfälle, die im See endeten, und rundherum grüne Bergwiesen mit grasenden Kühen. Der Anblick war schon fast kitschig. Dann bei der Rodelbahn sind wir mit viel Spaß für den super anstrengenden Aufstieg zum See entschädigt worden. Der Weg war zwar total schön, aber jetzt wo das Wetter besser war, brannte die Sonne sehr.

Einen Tag später sind wir rechtzeitig aufgestanden, um nach Thun zu fahren. Dort erwartete uns der Thun Mystery Trail mit ein paar interessanten Aufgaben. Mit dem Zug fuhren wir bis Spiez. Dort lösten wir die ersten Aufgaben und gingen zum See. Mit dem Schiff gings nach Thun. Dort besichtigten wir das Schloss und lösten weitere Aufgaben. Dann blieb leider nur noch wenig Zeit zum Bummeln bis wir spät nachmittags mit dem Zug nach Kandersteg zurückfuhren.
Am Donnerstag sind Hanno, Arne und Paddy mit einem der Bremer zum First gewandert.
Am Abend des nächsten Tages war ein internationaler Abend, der von den Leitern des Camps, den Staffs, organisiert wurde. Jede Gruppe oder jeder Stamm, die daran teilnahmen, haben etwas aufgeführt, ein Lied oder einen Sketch. Wir trugen das lustige Lied "Roll me over" vor, welches wir in den ersten Tagen von unseren Lagernachbarn aus Dänemark kennengelernt hatten. Es kam so gut an, dass wir das Lied zum Abschluss des Abends nochmal spielen sollten.

Am Samstag gingen wir ins Freibad (wir waren vorher schon zweimal da gewesen). Am Tag vor der Abreise machten wir eine Wanderung an der Kander entlang und packten am Nachmittag schon mal unsere ersten Sachen zusammen. Montagmorgen ganz früh standen wir auf, packten, gingen zum Bahnhof, ließen unser letztes Geld beim Coop, wo wir auch während des Lagers einkaufen gingen und warteten auf den Zug nach Hamburg. ...

Noch zu berichten ist, dass uns in der zweiten Woche etwas passierte, was uns in helle Aufregung versetzte. Wir hatten unsere Fahne zwischen die Bäume über den Weg gehängt, der an unserem Lagerplatz vorbei führte. Als wir abends im Zelt lagen, hörte ich ein Rascheln und Knacken der Bäume. Ich hob die Zeltplane ein wenig hoch und sah Leute auf dem Weg. Ich sagte: "Arne, ich glaube unsere Fahne wird geklaut, guck' doch mal." Doch nachdem wir mühevoll aus dem Schlafsack gekrochen waren und etwas übergezogen hatten, waren die Leute weg und zwar mit unserer Fahne. Hanno, Arne und ich machten uns auf den Weg und rannten im Dunklen über den riesigen Platz. In allen größeren Zelten, wo noch Gesang und heitere Stimmen zu hören waren, schauten wir rein und fragten. Aber niemand konnte uns helfen, stattdessen wurden wir eingeladen, aber danach war uns nicht zumute. Am nächsten Morgen lag die Fahne dann wieder auf dem Tisch unseres Essgestells. Da war die ganze Aufregung also umsonst gewesen. Naja ...

Und wir waren beim Barbecue, für welches man sich anmelden konnte. Wir kamen etwas spät, weil wir uns noch verkleideten (man sollte sich mit Mülltüten etwas basteln). Es gab Frikadellen und Salat. Die Staffs haben zum Spielen z.B. Seilziehen eingeladen. Wirklich Stimmung kam bei uns aber nicht auf.
Während des Lagers lernten wir Pfadfinder aus der Schweiz kennen. Die waren total nett und lustig.
Und fast hätte ich es vergessen. Wir haben super leckere Pizza gebacken. Ich habe den Teig gemacht und jeder hat seine Pizza so belegt wie er's am liebsten mag. Lecker!
Besonders interessant fand ich zu sehen, wie Pfadfinder aus anderen Ländern auf Lager fahren und leben. Da waren z.B. die Boyscouts aus Texas, die alle in militärgrün gekleidet waren und einheitliche Fliegerjacken hatten. Für besondere Gelegenheiten hatten sie sogar Gamaschen und Handschuhe. Und ich wusste auch gar nicht, dass es polnische Pfadfinder in Kanada gibt.
Und natürlich hat mich die fantastische Landschaft fasziniert mit den grünen Hügeln, den Alpen, den Gletschern und den schönen alten bäuerlichen Holzhäusern (hier könnten die Hobbits wohnen). Und an den schönen Tagen waren sehr viele Paraglider unterwegs.
So, das war's. Das Lager hat mir total viel Spaß gebracht. Wir waren auch 'ne lustige Truppe!

Leila

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© by Stamm Radwersdorp, 2002+2003

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