Winterfahrt zur Hohburg, 07.-09.01.2005


Es regnete und stürmte. Genau das richtige Wetter, um ein Wochenende auf der Hohburg zu verbringen. Die Erleichterung, dass wir diesmal, auf der eigentlichen Winterwanderung, nicht wandern würden, war allen ins Gesicht geschrieben. Wir waren insgesamt zu acht. Die Felgendrehers hatten sich mit Hanno dazu bereit erklärt, uns zur Hohburg zu fahren. Als wir ankamen, war es bereits stockdunkel und wir mussten uns im Schein unserer Taschenlampen durch den Wald tasten. Doch was war das? Plötzlich schrie Hanno auf. Unser Lebensmittelkarton hatte sich dazu entschlossen, sich auf dem Waldweg zu verteilen. Da gab's keine Rettung mehr. Der Karton war hin. Also wurden zwei "Große" dazu degradiert, unsere Lebensmittel vor Wildschweinen und Westenseemonstern zu beschützen. Der Rest setzte sich schnell wieder in Bewegung zur Hohburg, um mit dem Bollerwagen zurückzukommen. So geschah es auch. Als alle wieder auf unserer Burg waren, begann ein lustiges Feuer-Wett-Anzünden.
Als alles schön durchgeheizt war und unsere kleinen Monster satt waren, begannen wir mit dem Abendprogramm, welches heute nur aus Singen und einigen Karten- und Brettspielen bestand. Dann ging es zu Bett. Doch plötzlich war die ganze Müdigkeit verflogen und jeder begann sich auf seine Weise zu beschäftigen. Die einen kramten noch ein paar Kartenspiele hervor, andere verwöhnten sich gegenseitig mit Massagen oder starteten einen Mitternachtsimbiss. Doch dann wurde es wieder still und nach und nach schliefen doch alle ein.
Der nächste Morgen begann für Pfadfinder erst relativ spät mit einer Morgenrunde. Schon zu "früher" Stunde war es ziemlich stürmisch. Am Vormittag begann es stark zu regnen. Das hielt bis zum Abend fast durchgehend an. Doch eine windige Regenpause nutzten wir, um ein wenig frische Westenseeluft zu schnuppern. Wir wanderten also durch den Wald. Das Laub wirbelte nur so um uns herum. Der See war aufgewühlt wie das Meer. Große Wellen schlugen ans Ufer. Der Wind war so stark, dass wir uns ohne Probleme in den Wind legen konnten. Unser kleiner Dustin wurde sogar umgeweht. Wir gingen weiter. Plötzlich hörten wir ein lautes Krachen in den Bäumen und hinter uns schlug ein großer morscher Ast auf. Hanno, Patrizia und mir wurde es unheimlich und wir beschlossen, schnellstmöglich zurück in die sichere "Burg" zu wandern. Wir schlugen den Weg ein, den wir am Abend zuvor schon gegangen waren. Langsam flaute der Wind ab. Doch was war das? Vor uns auf dem Weg lag ein großer entwurzelter Baum. Wir schauten uns ungläubig an und waren froh, dass wir zum Glück zum Zeitpunkt des stärksten Sturmes am Waldrand waren. Der Baum war jedoch kein Hindernis für uns erfahrene Kletterer und so waren wir bald wieder in der warmen Burg und tranken heißen Zitronentee. Später erledigten unsere Wö's und Jungpfadis noch unseren Arbeitsauftrag, der daraus bestand, das Laub um die Hütten aufzufegen.
Abends veranstalteten unsere sechs Boys ein Kräftemessen und es wurde viel gelacht. Dieser Abend wurde allerdings nicht so alt wie der vorige, da wir alle sehr müde waren. Am nächsten Morgen hieß es dann ja auch schon wieder: Aufbrechen! Herr Felgendreher und Hanno fuhren uns sicher wieder nach Hause.

Unsere eigentliche Winterwanderung war ein voller Erfolg und hat allen viel Spaß gemacht. Wir haben viel gelacht und uns alle super verstanden! Bis zur nächsten Fahrt!

Gut Jagd und Gut Pfad
Eure Julia

© by Stamm Radwersdorp, 2005

nach oben